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Lager
1 auf 6400 Meter
Foto:Alpin Club Sachsen
Anhalt |
13.
Tag: Samstag, 28. April 2001
Eispickel für den Lagerplatz
Großer
Gegenverkehr heute morgen im Depot. Vier Mann auf dem Rückweg
zum Basecamp nach einer Nacht auf Lager 1 treffen vier andere,
die gerade hinauf wollen. Dazu gesellt sich noch ein alter
Sherpa, der seit 15 Jahren am Cho Oyu mit Expeditionen unterwegs
ist. "Ist das euer Basecamp? "Nein, nur
ein Zwischendepot, denn wir haben keine Träger, also
haben wir alles mit Yaks hergebracht! Er schüttelte
ungläubig sein Haupt. Mit Yaks zum Killerhang? Unbelievable!
Ist doch irgendwie schön, auch einen solchen altgestandenen
Hasen noch überraschen zu können. Dann heißt
es den Killerhang zum ersten Mal zu bewältigen. 350
Meter hoch, sehr steile Fußserpentinen im losen Geröll
und Staub. Keine angenehme Sache, aber es gibt keine Alternative.
Noch schlimmer: wer zum Gipfel will, muß diesen Hang
sicherlich mindestens dreimal bewältigen.
Nach etwas über zwei Stunden sind wir im Lager 1 (ca.
6200 m) und genießen
die blendende Aussicht auf den oberen Teil des Berges ˆ
der meistenteils
vereiste Weg zum Eisaufschwung vor Lager 2 ist gut sichtbar,
ebenso wie der
Durchbruch im Gelben Band auf gut 7500 m. Alle anwesenden
Bergsteiger
bestätigen indes, das oberhalb von Lager 2 nichts geht
ˆ zu viel Wind.
Die anderen haben gestern ein Zelt aufgebaut und schon dies
Fläche ist dem
Berg schwer abgerungen. Das gesamte Plateau hat theoretisch
Platz für etwa
15 Zelte, aber die stehen schon und so müssen auch
die abenteuerlichsten
Ecken für eine Zeltgrundfläche herhalten. Wir
hacken zu viert gut eine
Stunde lang mit den Eispickeln ein Stufe in den Eispanzer
und bauen eines
der kleinen vaude-Hochlagerzelte auf. Jetzt haben wir vorerst
einmal fünf
Schlafplätze hier oben. Dann geht es im Schweinsgalopp
bergab und den weiten
Weg über den Gletscher zurück ins Žheimatliche
Basecamp.
Trotz aller Müdigkeit gibt es dort noch ein großes
Hallo, denn heute feiert
Heike Kloß ihren Geburtstag. Zur Überraschung
aller steht dann unser
nepalesischer Sirdar Krishna mit einem Schokoladenkuchen
in der Tür zum
Aufenthaltszelt. Happy Birthday, Heike!
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