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Basislager mit Gipfel
Foto:Alpin Club Sachsen Anhalt

15. Tag: Montag, 30. April 2001

Heute bekommen wir unsere Puja-Weihe!

Nach den Aktivitäten der letzten Tage sind heute bis auf zwei Alpinisten alle im Lager und relaxen. Keiner bewegt sich mehr als notwendig, jeder geht seiner Lieblingsbeschäftigung nach und in den meisten Fällen kann man das im Liegen, eingehüllt in den Schlafsack tun. Monoton trommelt dazu der Schneegraupel auf die Zeltdächer. Es ist geplant, daß morgen wieder zweiGruppen aufbrechen, um das zweite Höhenlager in 6800 Metern Höhe aufzubauen. Unsere Expeditionsleiter Holger Kloß hat genügend Himalaya-Erfahrung, um die provisorische kleine Basislagerweihe noch einmal neu und mit (fast) allen Teilnehmern durchzuführen. Schon beim Mittagessen drängt er darauf und so versammeln sich am Nachmittag alle Alpinisten auf dem Platz vor den Zelten.
Die sogenannte Puja-Weihe ist ein Bitten an die Götter der Berge um gutes Wetter und ein Gelingen der Expedition. Die Weihe wird in ganzkorrekter Form durch einen nepalesischen oder tibetanischen Priester vorgenommen. In Ermangelung eines solchen nehmen wir mit unserem nepalesischen Sirdar Krishna Vorlieb, aberder macht seine Sache ausgezeichnet. Genauestens überwacht er das Aushängen der Gebetsfahnen-Ketten quer über das ganze Lager. Um dann mit würdevollem Blick eine Schale voll Reis und Tee zu reichen, die von allen Teilnehmern händeweise in die Luft geworfen werden.
Dazu verbreiten Räucherstäbchen in der kalten Luft ihr Aroma. Praktisch jede Expedition an den großen Bergen des Himalaya führt eine Weihe durch, zu groß ist der Respekt vor der Urgewalt der Bergwelt. Eine halbe Stunde später ist die Zeremonie vorbei und alle lächeln zufrieden. Dann serviert Sirdar Krishna zur Ehre des Tages ein besonders üppiges Abendessen mit fein gebratenen Stücken Yakfleisch, das wunderbar zart ist und bei allen großes Entzücken auslöst. Fleisch, davon hatte so manch einer in den letzten Tagen begonnen zu träumen. (am häufig genannt wurden dabei Steak Hawaii und Schnitzel) Zum Abschluß des Abends serviert Krishna dann noch heiße Ananasscheiben. Da könnte man fast vergessen, dass man auf Expedition unterwegs ist.


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