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Der Killerhang
Foto:Alpin Club Sachsen Anhalt

17. Tag: Mittwoch, 02. Mai 2001

Unser zweites
Höhenlager steht

Gestern ist die dritte Woche am Berg angebrochen. Während der FC Bayern in der Championsleague mit seinem 1:0 bei Real Madrid die Weichen auf den Fußballgipfel gestellt hat (und wir am Weltempfänger alles mitverfolgt haben) rückt auch für unsere Expedition der Gipfel des Cho Oyu langsam näher und näher. Umso mehr, als heute eine (dreiköpfige?) Gruppe Österreicher einen Gipfelversuch unternahm, der nach 12 Stunden Aufstieg vom Lager zwei (6800 m) zum Gipfelplateau in 8201 Metern Höhe und weiteren sechs Stunden zurück zum Ausgangspunkt erfolgreich endete. Sie umging damit erfolgreich ein sonst übliches drittes Höhenlager unterhalb des gelben Bandes. Von dort gibt es allerdings wenig Gutes zu berichten, alle in der Vergangenheit aufgestellten Zelte sind längst in Fetzen aufgegangen. Heute haben Ebi und Thilo aus unserer Crew eben dieses zweite Höhenlager aufgebaut. Nach einem mehrstündigen Marsc über steil ansteigendes Eis überwanden sie auch die technisch schwierigste Stelle am Berg - eine gut 100 Meter hohe, 70 Grad steile Eisstufe am oberen Ende des Eisbruchs, die mit Steigeisen und Sicherung am Fixseil überwunden werden muß ˆ eine schweißtreibende Arbeit in fast 7000 Metern Höhe. Zunächst wurde das Lager genau über der Stufe errichtet, Wind und schlechte Sicht verhinderten den Aufbau am geplanten Platz, der etwa 100 bis 150 Meter höher liegt, das wird morgen nachgeholt. Genau wie bei den Österreichern wird das Lager zwei mit hoher Wahrscheinlichkeit der Ausgangspunkt für die geplanten Gipfelversuche sein. Noch sieht der Zeitplan einen Gipfelversuch nicht vor. Die Mehrzahl der Bergsteiger möchte mindestens eine Nacht zur Akklimatisierung in diesem Lager verbringen, um nach erneutem Abstieg zum Basislager (5500 Meter) noch einmal Kraft für den Gipfelversuch zu tanken. Vor Sonntag, dem 6. Mai ist damit jedoch nicht zu rechnen. Gegenwärtig warten nicht weniger als acht weitere Bergsteiger im Lager eins und im Depot (5850 m) auf eine Gelegenheit, höher zu steigen. Einer der heute dagegen routinemäßig aus Lager eins abgestiegenen Alpinisten, Mario Bornschein, berichtet von den ständig wechselnden Sichtbedingungen und dem eisigen Nachtfrost mit Temperaturen weit unter 20 Grad minus. Zudem meldet der Wetterservice via Internet Niederschläge im Zentralhimalaya für die nächsten Tage von 70 bis 80 mm.


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