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Stephan
- Er ist Schuld das wir so aktuell sind in Zeitung und
Internet.
Foto:Alpin Club Sachsen
Anhalt |
22.
Tag: Montag, 07. Mai 2001
Wir sind wieder auf dem Weg nach oben!
Wir
sind jetzt seit drei Wochen unterwegs. Heute beginnt die
vierte Woche und es könnte unsere Gipfelwoche werden.
Nach Tagen der Regeneration verließen am Morgen wieder
zwei Gruppen mit unterschiedlichen Zielen das Basislager.
Die eine wird heute bis zum Depot am Fuß des Killerhangs,
die andere will bis in das erste Höhenlager aufsteigen.
Zusammen mit den drei Leuten, die schon am Sonntagnachmittag
gestartet waren, sind dann wieder sieben Alpinisten der
Magdeburger Expedition am Berg unterwegs. Die ersten drei,
die bereits am Sonntag mit Ziel Gipfel aufgebrochen sind,
gehörten heute zu dem großen Pulk von Bergsteigern,
die bei schönstem Wetter auf dem Weg zum Lager 2 waren
und dabei den kräftezehrenden Eisbruch durchqueren
mußten. Zwei von Ihnen, Andreas Herlt und Uwe Lindenau
wollen morgen bei entsprechenden Voraussetzungen möglicherweise
noch weiter aufsteigen, dann in einem improvisierten dritten
Lager in gut 7400 Meter Höhe übernachten und am
Morgen des Mittwoch einen Gipfelversuch starten. Der dritte
in Ihrer Runde, der Berliner Mario Bornschein, möchte
zu einer besonderen Aktion ansetzen und nach der Übernachtung
in gut 7000 Meter Höhe mit einem Gleitschirm vom Berg
segeln. Dabei will er die gut sechs Kilometer bis zum Basislager
in einem Stück zurücklegen und direkt auf dem
Lagerplatz landen. Eine anspruchsvolle Aufgabe für
den passionierten Gleitschirmflieger. Am Nachmittag des
Montag kam heftiges Schneetreiben und starker Wind auf,
aber alle hatten längst ihre Camps erreicht um dort
in superwarme Daunenschlafsäcke eingehüllt die
Tagesmeldung per Sprechfunk zu Expeditionsleiter Holger
Kloß ins Basislager zu senden und ruhigen Muts das
Schneetreiben abzuwettern. Im Basislager bereiten
sich derweilen drei weitere Bergsteiger bei Wunschessen
(Gebratener Reis mit Ei, Thunfischsandwiches) auf ihren
morgigen Start und morgigen Geburtstag (Holger Kloß)
vor.
Text2
Himalaya
online
Wie unsere Expedition mit der
Außenwelt in Kontakt bleibt.
5500
Meter hoch am Rande des mächtigen Gyabrag-Gletschers
stehen zehn kleine Zelte, das Basislager unserer Expedition.
Die nepalesische Grenze ist nur einen ŽSteinwurf entfernt,
der etwa gleichhoch wie das Camp liegende Paß, über
den man in zwei Tagen den Ort Namche Bazar (bekannt als
Ausgangspunkt für den Marsch zum Everest-Basislager
für die Südsattelroute) ist nur eine gute Stunde
zu Fuß entfernt. Der nächste Ort auf der tibetischen
Seite, das 4250 Meter hoch gelegene Tingri an der Verbindungsstraße
Lhasa Kathmandu, liegt mindestens einen eintägigen
Marsch bis zum Fahrerbasislager plus weitere 25 Kilometer
mit dem Jeep entfernt. Allein internationale Telefongespräche,
geschweige Datenübertragung sind dort noch lange nicht
so einfach möglich. Bleiben also nur die eigenen Möglichkeiten.
Wir haben für die Verbindung nach Magdeburg einiges
an Technik dabei: zwei Laptops, zwei Digitalkameras, eine
Solarladestation und ein Satellitentelefon. Auf den Laptops
schreiben wir unsere täglichen e-mails, komprimieren
die Bilder je nach Erfordernissen (ein Bild für den
Zeitungsdruck erfordert etwa 140 kB große JPEGs, Bilder
für das Internet haben nur rund 15 kB) der Versand
erfolgt über Outlook Express. Dazu wird der Laptop
mit dem Satellitentelefon per Übertragungskabel verbunden.
Das Telefon selbst ist nicht größer als so manche
Homestation daheim. Dessen Kernstück ist ein etwa 20
mal 15 cm große Flachantenne, deren Achse peinlich
genau auf den für uns zuständigen geostationären
Satelliten ausgerichtet werden muß. Winkel 215 Grad,
Anstellwinkel der Antenne 50 Grad. Wenn das Telefon eine
ausreichend starke Verbindung zum Satelliten aufgebaut hat
(man kennt das Balkendiagramm ja von Handydisplays) reicht
ein ŽSENDEN auf dem Laptop und schon gehen die Daten
auf Erdumrundung. Im Anschluß an jede Verbindung erfolgt
ein automatischer Download der an uns gerichteten e-mails.
Übrigens: die Tarife für Satellitentelefonate
erinnern an die Anfangszeiten der Handytelefoniererei. Für
jede Minute ˆ und der langwierige Verbindungsaufbau gehört
bereits dazu ˆ sind 3 US$ zu berappen. Den Strom für
die gesamte Anlage liefert ein zweitafeliges Solarsystem.
Über Pufferbatterien und Spannungswandler (12 auf 220
Volt) stehen im Technikzelt etwa 100 Watt Leistung zur Verfügung.
Genug, um die Akkus aller Geräte wieder zu laden.
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