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Foto:Alpin Club Sachsen Anhalt

27. Tag: Samstag, 12. Mai 2001

Wieviel sind Wettervorhersagen wert?

Schönster Sonnenschein und annähernde Windstille begrüßen uns heute morgen im Basislager. Oberhalb der 6500m-Grenze tobten jedoch, wie schon an diversen Vortagen, bis zu 150 m hohe Schnee-fahnen am Gipfel. In der Nacht zuvor hatte es einige Male ganz schön an den Zelten gezerrt, aber bereits zum Frühstück war es warm genug in den Zelten, um es dort im T-Shirt aushalten zu können. Dabei sahen die über Kreuz abgerufenen Wettervorhersagen noch am Vortag wenig erfreulich aus und ließen befürchten, daß es keine realistische Chance mehr geben könnte, um in den verbleibenden Tagen bei guten Wetterbedingungen einen Gipfelversuch zu haben. Drei Leute, Mario Bornschein, Gunter Franze und Ingo Uhlig, brachen dafür gegen Mittag Richtung Höhenlager 1 auf, um in den nächsten Tage ihre Gipfelchance wahrzunehmen. Nach dem Pech der letzten Woche könnten die drei, vorausgesetzt Wetter und Gesundheit spielen mit, als erste Teilnehmer unserer Expedition den Gipfel erreichen. Ihr vorläufiger Plan sieht dabei vor: Sonntag ˆ Aufstieg zum Lager 2, Montag ˆ Aufstieg zum Lager 3. Dienstagmorgen ˆ Gipfel. Bereits in den nächsten Tagen werden zwei weitere Gruppen mit jeweils einem Tag Versatz folgen. Im Basislager fand derweilen ein Großreinemachen statt. Das vom Wetter und den letzten drei Wochen Lagerleben arg gebeutelte Gemeinschaftszelt bekam von dieser Pflege am meisten ab und erinnerte danach wieder in Ansätzen an Hygienevorgaben aus der Zivilisation. Nachdem unser Sirdar Krishna uns fast nur noch Linsen und Kohl servierte, noch 8 Tage Basislager und die Essensrationen schwinden, waren wir gezwungen an die gemeinsame Hochlagerverpflegung und an persoenliche Essensvorraete Žranzugehen„. Wir schuetteten in einer Grossaktion alle Kostbarkeiten auf einen Haufen und sortierten zusammen mit der Kuechencrew was in den naechsten Tagen zu leckeren Gerichten zu verarbeiten sein. In den Tagen des wartens auf besseres Wetter erfreut sich das Sat Telefon immer groesserer Beliebtheit. Selbst bei einem Minutenpreis von 2,50 US-Dollar greift der ein oder andere zum Hoehrer um mal zu Hause durchzurufen. Um die lange Weile am Abend zu verkuerzen, sind wir seit 5 Tagen auch taeglich waehrend des Abendessens, 18-19 Uhr ˆ Basislagerzeit (14.15 bis 15.15 deutsche Zeit), dank groesserer Stromreserven telefonisch zu erreichen. Na dann- ruft doch mal an!


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