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Foto:Alpin Club Sachsen Anhalt

28. Tag: Sonntag, 13. Mai 2001

Schlechtwetterwarnung !

Nachdem unser Journalist Conrad sich heute morgen aus seiner Basislager-Lethargie gerissen hat und den längst geplanten Abstecher ins Lager 2 in Angriff nimmt, bleibt die aktuelle Berichterstattung für die nächsten zwei bis drei Tage nun an mir, dem Expeditionsleiter, hängen soweit es das Internet betrifft. Gesterm kamen aber nicht nur die Leckereien auf den Tisch, nein es gab auch diverse Hiobsbotschaften in puncto Wetter. Nichts spricht sich unter den anwesenden Expeditionen so schnell herum wie Wetternachrichten. Oft ist die Quelle dann nicht einmal mehr genau zu orten, obwohl die Wetternachrichten über drei verschiedenen Wege ins Basislager kommen. Da die Erfahrung der letzten Tage die Prognosen fast immer bestätigt hat, ist eine permanente Schlechtwetterwarnung aus allen Quellen sehr ernst zu nehmen. Jedes Expeditionsteam zog sich in ihr Speisezelt zurück und legte sich einen Finalplan zurecht, zumal für die meisten Expeditionen, der Tag der Abreise aus dem Basislager bevorsteht. Die erste erfolgreiche Expedition der Saison, waren in diesem Jahr hier am Berg die Schweizer. Mit einem immensen Kraftaufwand, erreichten acht von zwölf Bergsteiger den Gipfel, wobei allerdings fünf von den Gipfelaspiranten sich bei der extrem langen und eisigen Etappe von Lager Zwei direkt auf den Gipfel, schwere und schwerste Erfrierungen an Füßen und Fingern zuzog. Danach gelang lediglich, meiner Information zufolge, zwei Mitgliedern einer Österreichischen Expedition der Weg zum Gipfel. Die nachfolgenden Versuche der anderen anwesenden Expeditionen scheiterten ausnahmslos am Wetter. Mittlerweile sind diverse Expeditionen schon erfolglos wieder in Richtung Tal marschiert. Es ist auch stets ein persönlicher Verlust, wenn man Bergsteiger , mit denen man einige Tage am Berg verbracht hat, in Richtung Tal laufen sieht. So zum Beispiel eine große kommerzielle US-amerikanische Expedition welche es innerhalb von sechs Wochen trotz Sauerstoff und Sherpas nicht geschafft hat, ein Mitglied auf den Gipfel zu bringen. Aufgrund der Wetterinformationen starteten gestern am frühen Nachmittag noch, Mario, Gunther und Ingo in Richtung Lager Eins. Heute gegen 14 Uhr erreichten Mario und Gunther bereits Lager Zwei. Ingo konnte das mörderische Tempo der Zwei im Aufstieg nicht mithalten und drehte zwischen Lager 1 und Lager 2 um in Richtung L1.Hier wird er am Abend auf Max treffen. Soeben kam von den beiden Frontleuten die Info über Funk, daßdas sie auf Grund des nahenden Schlechtwetters bereits heute Nacht den direkten Aufstieg von Lager Zwei auf den Gipfel wagen wollen. Diese Entscheidung traf auch die gemischt-neuseeländische und die andere deutsche Expedition am Berg. Diese Entscheidung könnte sich als letzte mögliche Gipfelchance erweisen, auch wenn unsere zweite und dritte Gruppe nur einen bzw. zwei Tage später auf ihre Chance lauern wollen. Jedoch gegen das Wetter gibt es keine Insidertricks.

Was die Basislager Bibliothek so her gibt lesen Sie hier !


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