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Basislager
Foto:Alpin Club Sachsen Anhalt

32. Tag: Donnerstag, 17. Mai 2001

Letzter Gipfelansturm

Etwas ueberrascht waren wir schon, als wir erst um 10:00 Uhr von unserer dreikoepfigen Mannschaft auf Lager 2 hoerten und dann Uwes Stimme sagte: "Wir fruehstuecken jetzt noch in Ruhe fertig und dann steigen wir zu Lager 3 auf.„ Auf unsere Rueckfrage wie der weitere Plan sei, gab es die Antwort, das sie bei gutem Wetter in der Nacht in Richtung Gipfel aufbrechen wollen. Wobei hier alle im Lager wissen, wenn die drei von Nacht reden, kann es fuehestens morgens um fuenf sein. Denn wenn Ebi seinen Rucksack nicht schon am Vorabend gepackt hat, muessen die anderen beiden noch eine Stunde mehr warten. Am Vortag fehlte den dreien noch jegliche Motivation nach der Rettungsaktion noch einmal den Gipfel anzugehen, besonderst Tilo. Bleiben wir optimistisch, auch wenn der Wetterbericht mehr als 80 mm Niederschlaege fuer die naechsten 24 Stunden vorhersagt. Vielleicht haben ja auch mal unsere drei Alpinisten Glueck; Glueck mit dem Wetter. Und dann brauchen Sie noch die noetige Ausdauer und Kraft. Jetzt gibt es auch wieder fuer das Team im Basislager etwas zu tun. In zwei Tagen sind wir auf dem Heimweg und dafuer muss noch so einiges verpackt werden. Die wenige Zeit, die wir auf den Hochlagern verbracht haben, hat uns einen Ueberschuss an Trockennahrung, die will natuerlich jeder gern mit nach hause nehmen, und Brennstoff beschert. Bei gutem Wetter haetten wir sicherlich nur einen Bruchteil davon ueberbehalten, so muss jedoch alles wieder in 25 Kilo- Einheiten, fuer den Yak- Transport, verpackt werden. Jedes Yak darf oder kann nur maximal 50 Kilo transportieren und so darf jede Tonne nur 25 Kilo wiegen. Vor allem die Lager muessen jetzt abgebaut werden. Da stehen noch jeweils zwei Zelte auf 6400, 7000 und 7400 Metern und ein Depotzelt auf 6000 Metern. Ein wenig Ausruestung, Verpflegung, Gas und Kocher - alles muss ins Basislager zurueck. Die beiden oberen Lager muessen von der Gipfelmannschaft abgeruestet werden, Depot und Lager 1 baut eine Mannschaft, die nochmals vom Basislager aufsteigt, ab. Das heisst an einem Tag 700 Meter aufsteigen, mehrere Stunden die Zelte mit Hilfe von Pickel und Schaufel aus dem Eis "herausoperieren„ und mit schwerem Rucksack bis ins Basislager absteigen. Oder einfach eine weitere Nacht im Lager 1 verbringen und am Folgetag absteigen. Ganz wie man moechte. Ein Zwoelfstundentag auf Elbrushoehe, der so manch einen Hobbysportler die Konditionsgrenzen aufzeigen wuerde. Wir sind jedoch seit Wochen akklimatisiert und nur ab und zu wird noch einmal auf dieser Hoehe tief durchgeatmet. Gehen wir davon aus das wir in zwei Tagen alles im Basislager haben. Nicht nur das Material von den Lagern, sondern auch unsere, hoffentlich erfolgreichen, drei Gipfelstuermer. Hier traeumen wir von Duschen mit warm Wasser, Abendessen ohne Daunenjacke, Gerichten mit Fleisch (ausser Gunter), einem richtigen Bett, gruenen Wiesen und Waeldern sowie von der Familie. In einer Woche landen wir am Abend in Muenchen, dann sind es nur noch Stunden bis nach haus.


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